past children's  books
Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur


Willy Mayrl (1915–1997): Ein Leben im Dienste der grafischen Kunst

Willy Mayrl und seine Kürzel


Willy Mayrl, am 22. Januar 1915 als jüngster Spross einer kinderreichen Familie im Wiener Stadtteil Penzing geboren, schien die künstlerische Neigung bereits in die Wiege gelegt worden zu sein. Während sein Vater als Maschinist mit bildhauerischen Wurzeln die technische Präzision verkörperte, stammte seine Mutter aus einer traditionsreichen oberösterreichischen Altarmalerfamilie – eine Symbiose, die Mayrls späteres Schaffen zwischen handwerklicher Akribie und künstlerischer Hingabe prägen sollte.
Bereits im zarten Alter von vier Jahren manifestierte sich sein außergewöhnliches Talent. Diese frühe Begabung blieb auch in der Volksschule nicht unbemerkt: Sein Lehrer Ignaz Weinwurm erkannte das Potenzial des Jungen und empfahl ihn dem renommierten Maler Franz Cizek. Auch während seiner Zeit am Goethe-Gymnasium erfuhr Mayrl durch Lehrer wie Prof. Richard Faulhammer und Prof. Dr. Georg Pevetz eine maßgebliche 

Illustrierte Spielkarten von Willy Mayrl für die Firma Piatnik

Förderung, die sein Verständnis für Komposition und Form festigte. Ein entscheidender Wendepunkt markierte das Jahr 1937, als Mayrl nach dem Tod seines Vaters eine Lehre als Lithograph bei der traditionsreichen Wiener Spielkartenfabrik Piatnik begann. Unter der Ägide des Malers und Grafikers Prof. Hermann Deim schloss er diese Ausbildung 1940 mit Auszeichnung ab. Es war der Beginn einer jahrzehntelangen, prägenden Verbindung: Willy Mayrl sollte über Generationen hinweg das visuelle Erscheinungsbild der Piatnik-Spielkarten maßgeblich mitbestimmen.

Diverse Bücher mit Illustrationen von Willy Mayrl

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wagte Mayrl den Schritt in die Selbstständigkeit und etablierte sich als vielseitiger freischaffender Maler und Grafiker. Sein Oeuvre besticht durch eine enorme stilistische Breite und einen strengen Naturalismus von höchster Detailtreue. Ob einfühlsame Porträts, die das Wesen der Dargestellten präzise einfingen, meisterhafte Stillleben, Veduten oder Kopien alter Meister – Mayrls Handwerk war stets von technischer Perfektion geprägt. Besondere Bekanntheit erlangte er zudem im Bereich der Kinderbuchillustration. Für Verlage wie Breitschopf, Moravec und insbesondere Pestalozzi schuf er ab den 1950er Jahren liebevoll gestaltete Welten. Werke wie „Die Vogelhochzeit“ sowie seine charakteristischen Hasen- und Küken-Bilderbücher wurden zum festen Bestandteil vieler Kinderzimmer. Sein markantes Signet, bestehend aus den verschlungenen Initialen W und M, fungierte dabei stets als Gütesiegel für seine Arbeit. 

Weihnachten im Walde (1971)


Als geschätztes Mitglied der „Bildenden Künstler Österreichs“ sowie des „Bundes Österreichischer Gebrauchsgraphiker“ wurde sein lebenslanges Wirken 1990 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien geehrt. Willy Mayrl, der Vater von vier Söhnen war, verstarb am 16. Oktober 1997 in Wien. Sein künstlerisches Erbe lebt jedoch in den unzähligen Grafiken und Illustrationen fort, die bis heute durch ihre zeitlose Ästhetik bestechen.


Hier seine Bücher für den Pestalozzi Verlag (Vollständigkeit nicht gewährleistet)


Frühe Phase (1950er Jahre)

Diverse Bücher mit Illustrationen von Willy Mayrl zwischen 1950/1989

1950: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 50/1)
1950: Sportfest der Tiere (Vlgs.Nr. 50/2)
1950: Struppi schreibt ein Tagebuch (Vlgs.Nr. 50/4)
1953: Osterhasenzeit (Vlgs.Nr. O-82)
1954: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 1260)
1955: 10 kleine Teddybären (Vlgs.Nr. 1800/11)
1955: Fröhliches Treiben (Vlgs.Nr. 1260/3)
1956: Kükenschule (Vlgs.Nr. 3190)
1957: Das große Osterei (Vlgs.Nr. O-83)
1957: Schnuppel der Osterhase (Vlgs.Nr. O-49/1)
1957: Fridolin der Osterhase (Vlgs.Nr. O-67/3)
1957: Geschichten vom Osterhasen (Vlgs.Nr. O-67/1)
1958: Tiergeschichten (Vlgs.Nr. 40/9)


Reifephase (1960er Jahre)

1960: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 4401)
1960: Sieben Hasen (Vlgs.Nr. 1240)
1960: Peter und Schnuppel (Vlgs.Nr. 1243)
1962: Die sieben Häschen (Vlgs.Nr. 4263)
1964: Die Vogelhochzeit (Vlgs.Nr. 901/1760-1761 & 1701)
1965: Fröhliche Spielkameraden (Vlgs.Nr. 1115)
1966: Eine lustige Ostergeschichte (Vlgs.Nr. 1071)
1968: Bunte Welt der Osterhasen (Vlgs.Nr. 1885)


Späte Editionen & Neuauflagen (1980er Jahre)

1983: Die Kükenschule mit Schreibschrift (Vlgs.Nr. 839 4400)
1988: Osterhase auf Wanderschaft (Vlgs.Nr. 839 4265)
1989: Besuch im Oster-Hasenreich (Vlgs.Nr. 666 55160)

Pevau-Büchlein mit Bildern von Willy Mayrl


Pevau-Büchlein:


Nr.2 - Kasperl Burli und Kätzchen (1961)
Nr.9 – Mia das Sparschweinchen (1961)
Nr.12 – Um die Wurst (1961)
Nr.17 – Du-Du und seine 3 kleinen Freunde (1961)
Nr.23 – Die Vogelhochzeit (1964)
Nr.24 – König Leo und seine Untertanen (1964)
Nr.36 – Das häßliche junge Entlein (1968)
Nr.47 – Weihnachten im Walde (1970)
Nr.54 – Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel (1972)
Nr.97 – Reineke Fuchs (1978)
Nr.108 – Besuch im Zwergenreich (1979)
Nr.141 – Das häßliche junge Entlein (1982)
Nr.156 – Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel (1984)
Nr.157 – Die Kükenschule (1984)
Nr.159 – Die Osterüberraschung (1984)


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