Willy Mayrl (1915–1997): Ein Leben im Dienste der grafischen Kunst
Förderung, die sein Verständnis für Komposition und Form festigte. Ein entscheidender Wendepunkt markierte das Jahr 1937, als Mayrl nach dem Tod seines Vaters eine Lehre als Lithograph bei der traditionsreichen Wiener Spielkartenfabrik Piatnik begann. Unter der Ägide des Malers und Grafikers Prof. Hermann Deim schloss er diese Ausbildung 1940 mit Auszeichnung ab. Es war der Beginn einer jahrzehntelangen, prägenden Verbindung: Willy Mayrl sollte über Generationen hinweg das visuelle Erscheinungsbild der Piatnik-Spielkarten maßgeblich mitbestimmen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wagte Mayrl den Schritt in die Selbstständigkeit und etablierte sich als vielseitiger freischaffender Maler und Grafiker. Sein Oeuvre besticht durch eine enorme stilistische Breite und einen strengen Naturalismus von höchster Detailtreue. Ob einfühlsame Porträts, die das Wesen der Dargestellten präzise einfingen, meisterhafte Stillleben, Veduten oder Kopien alter Meister – Mayrls Handwerk war stets von technischer Perfektion geprägt. Besondere Bekanntheit erlangte er zudem im Bereich der Kinderbuchillustration. Für Verlage wie Breitschopf, Moravec und insbesondere Pestalozzi schuf er ab den 1950er Jahren liebevoll gestaltete Welten. Werke wie „Die Vogelhochzeit“ sowie seine charakteristischen Hasen- und Küken-Bilderbücher wurden zum festen Bestandteil vieler Kinderzimmer. Sein markantes Signet, bestehend aus den verschlungenen Initialen W und M, fungierte dabei stets als Gütesiegel für seine Arbeit.
Als geschätztes Mitglied der „Bildenden Künstler Österreichs“ sowie des „Bundes Österreichischer Gebrauchsgraphiker“ wurde sein lebenslanges Wirken 1990 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Stadt Wien geehrt. Willy Mayrl, der Vater von vier Söhnen war, verstarb am 16. Oktober 1997 in Wien. Sein künstlerisches Erbe lebt jedoch in den unzähligen Grafiken und Illustrationen fort, die bis heute durch ihre zeitlose Ästhetik bestechen.
Hier seine Bücher für den Pestalozzi Verlag (Vollständigkeit nicht gewährleistet)
Frühe Phase (1950er Jahre)
1950: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 50/1)
1950: Sportfest der Tiere (Vlgs.Nr. 50/2)
1950: Struppi schreibt ein Tagebuch (Vlgs.Nr. 50/4)
1953: Osterhasenzeit (Vlgs.Nr. O-82)
1954: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 1260)
1955: 10 kleine Teddybären (Vlgs.Nr. 1800/11)
1955: Fröhliches Treiben (Vlgs.Nr. 1260/3)
1956: Kükenschule (Vlgs.Nr. 3190)
1957: Das große Osterei (Vlgs.Nr. O-83)
1957: Schnuppel der Osterhase (Vlgs.Nr. O-49/1)
1957: Fridolin der Osterhase (Vlgs.Nr. O-67/3)
1957: Geschichten vom Osterhasen (Vlgs.Nr. O-67/1)
1958: Tiergeschichten (Vlgs.Nr. 40/9)
Reifephase (1960er Jahre)
1960: Besuch im Zwergenreich (Vlgs.Nr. 4401)
1960: Sieben Hasen (Vlgs.Nr. 1240)
1960: Peter und Schnuppel (Vlgs.Nr. 1243)
1962: Die sieben Häschen (Vlgs.Nr. 4263)
1964: Die Vogelhochzeit (Vlgs.Nr. 901/1760-1761 & 1701)
1965: Fröhliche Spielkameraden (Vlgs.Nr. 1115)
1966: Eine lustige Ostergeschichte (Vlgs.Nr. 1071)
1968: Bunte Welt der Osterhasen (Vlgs.Nr. 1885)
Späte Editionen & Neuauflagen (1980er Jahre)
1983: Die Kükenschule mit Schreibschrift (Vlgs.Nr. 839 4400)
1988: Osterhase auf Wanderschaft (Vlgs.Nr. 839 4265)
1989: Besuch im Oster-Hasenreich (Vlgs.Nr. 666 55160)
Pevau-Büchlein:
Nr.2 - Kasperl Burli und Kätzchen (1961)
Nr.9 – Mia das Sparschweinchen (1961)
Nr.12 – Um die Wurst (1961)
Nr.17 – Du-Du und seine 3 kleinen Freunde (1961)
Nr.23 – Die Vogelhochzeit (1964)
Nr.24 – König Leo und seine Untertanen (1964)
Nr.36 – Das häßliche junge Entlein (1968)
Nr.47 – Weihnachten im Walde (1970)
Nr.54 – Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel (1972)
Nr.97 – Reineke Fuchs (1978)
Nr.108 – Besuch im Zwergenreich (1979)
Nr.141 – Das häßliche junge Entlein (1982)
Nr.156 – Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel (1984)
Nr.157 – Die Kükenschule (1984)
Nr.159 – Die Osterüberraschung (1984)





