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Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur


Georg Wüstendörfer und der Löwensohn Verlag: Ein Kapitel Fürther Buchgeschichte


Der Name G. Löwensohn steht weltweit für bahnbrechende Farbdrucke und liebevoll gestaltete Kinderbücher. Doch hinter den Kulissen des Fürther Verlagshauses wirkten lokale Größen, die heute fast vergessen sind. Einer der markantesten Köpfe war der Journalist und „Stadtpoet“ Georg Wüstendörfer. Obwohl er nur kurze Zeit für den Verlag tätig war, schuf er Werke, die heute als wertvolle Sammlerstücke der Fürther Literaturgeschichte gelten.

Zwischen Journalismus und Kinderliteratur: Wüstendörfers Wirken in Fürth

Georg Wüstendörfer (1846–1935) war eine Instanz in der Fürther Medienlandschaft. Bevor er als prägender Redakteur des Fürther Tagblatts die Stadtgeschichte dokumentierte, stellte er sein Talent in den Dienst der Kunstanstalt Löwensohn.

Nach seiner Ausbildung an der königlichen Gewerbe- und Handelsschule und Lehrjahren in Süddeutschland kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Von 1900 bis 1912 leitete er als verantwortlicher Redakteur das Fürther Tagblatt, bis ein schweres Augenleiden ihn zur Aufgabe zwang. Trotz fast vollständiger Erblindung blieb er als „Stadtpoet“ tief in der Fürther Identität verwurzelt – eine Leistung, die Kollegen an seinem 85. Geburtstag mit den Zeilen ehrten: „Du aber bleibst der Stadtpoet / in Fürth für alle Zeiten!“

Bibliografie: Die Löwensohn-Titel von Georg Wüstendörfer


Zeitungsartikel des "Fürther Tagblatt von 1873/1876


Die Zusammenarbeit zwischen Wüstendörfer und dem Löwensohn Verlag konzentrierte sich auf die Jahre 1873 und 1874. Seine Texte vereinten den pädagogischen Zeitgeist mit der hohen lithografischen Druckkunst des Hauses Löwensohn.

1873: „Mein Vater“ & „Meine Mutter“
Zwei prachtvolle Bilderbücher mit Farbdruck-Bildern und belehrendem Text. (Preis: 30 bzw. 48 Kreuzer).

1874: „Meine Eltern“
Eine zusammenfassende Ausgabe der beiden Vorjahrestitel für 1 Gulden.

1873: „Der neue Struwwelpeter“ (Verlagsnummer 593)
Erschien mit sechs Bildern und Versen in zwei verschiedenen Ausstattungen (10 bzw. 30 Pfennig).

1876: „Album der Poesie“
Ein Hinweis in einem Zeitungsartikel vom März 1876 legt nahe, dass auch dieses Werk über Löwensohn vertrieben wurde.

Historische Zeitungsanzeigen, wie die oben vom 16. Dezember 1873, belegen eindrucksvoll, dass diese Bücher fester Bestandteil des Sortiments der G. Löwensohn’schen Buchhandlung waren.

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