past children's  books
Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Ernst Kutzer: Ein Meister der Kinderzeichnung im Hause Löwensohn


Wenn man von der Blütezeit des illustrierten Kinderbuches im frühen 20. Jahrhundert spricht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Ernst Kutzer. Der österreichische Maler und Grafiker prägte mit seinem unverwechselbaren Stil Generationen von Lesern. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Fürther Löwensohn Verlag in den 1920er und 1930er Jahren brachte Werke hervor, die heute als Höhepunkte der lithografischen Buchkunst gelten und unter Sammlern weltweit begehrt sind.


Von der Wiener Akademie zum gefragten Illustrator

Ernst Kutzer (1880–1965) startete seine Karriere in der Kulturmetropole Wien, wo er an der renommierten Akademie am Schillerplatz studierte. Sein Talent für Werbegrafik und industrielle Entwürfe wich bald einer tieferen Leidenschaft: dem Jugend- und Bilderbuch. Nach seinen Erfahrungen als Kriegsmaler im Ersten Weltkrieg fand Kutzer in den 1920er Jahren zu seiner wahren Bestimmung. Mit über 700 illustrierten Büchern und unzähligen Postkarten schuf er eine visuelle Welt, die für ihre Herzlichkeit und ihren Detailreichtum berühmt wurde.

Arbeiten von Ernst Kutzer (Postkarten, Werbegrafiken u.a.)


Die „Löwensohn-Ära“ (1925–1933): Klassiker der Buchkunst

Mitte der zwanziger Jahre begann für Ernst Kutzer eine fruchtbare Partnerschaft mit dem Verlag G. Löwensohn. In dieser Zeit nutzte der Verlag Kutzers Fähigkeit, kindliche Fantasie in lebendige Bilder umzusetzen.


Die bibliografische Liste der bei Löwensohn erschienenen Werke liest sich wie ein Katalog der Nostalgie:

1925/26: „Sommersonne“ (Nr. 4124 / 4902 / 3969)
Ein Klassiker, der in verschiedenen Formaten, unter anderem als Leporello, erschien.

Cover der Löwensohn Bücher

Baukastenbilderbuch „Sommersonne“ (B11)

Eine innovative Kombination aus Spielzeug und Buch, typisch für den Erfindergeist des Löwensohn Verlags.

1927/33: „Im Schlaraffenland“ (Nr. 52)

Eine fantastische Reise, die Kutzers Detailverliebtheit perfekt zur Geltung brachte.


1927: „Lustiges Rätselbuch“ (Rheingold, Nr. 202) Ein interaktives Werk für neugierige Kinderhände.


1928/29: Märchenhafte Erzählungen
Mit Titeln wie „Vom unartigen Englein und artigen Teuflein“ und „Guckerle Flimmerling“ bewies Kutzer sein Gespür für humorvolle Kontraste.

1933: „Engelchen-Bengelchen“ (Nr. 823)
Eines der letzten großen Werke dieser Kooperation, bevor sich die Verlagswege trennten.

Illustrationen zum Buch "Im Schlaraffenland"


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